EUROPA: ZAHNRÄDER DES KRIEGES GESTARTET

Was geschieht gerade in Europa? Diese ganzen Ereignisse waren vorhersehbar. Europa befindet sich am Rande eines Bürgerkrieges. Worum geht es in diesem Krieg? Um das zu verstehen, müssen wir die beiden Hauptmächte dieses Krieges genauer betrachten. Auf der einen Seite stehen die Massen an Migranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Auf der anderen Seite stehen die europäischen Nationalisten, deren politischer Einfluß mit dem ungehinderten Zustrom der Migranten immer weiter anwächst. Das ergibt die Gleichung: Je mehr Migranten, desto mehr Nationalisten. Und je mehr Migranten gewalttätig werden, desto hysterischer und ungnädiger wird die Reaktion der Nationalisten ausfallen.

COUNTER-HEGEMONY IN THE THEORY OF THE MULTIPOLAR WORLD

Although the concept of hegemony in Critical Theory is based on Antonio Gramsci’s theory, it is necessary to distinguish this concept’s position on Gramscianism and neo-Gramscianism from how it is understood in the realist and neo-realist schools of IR.

The classical realists use the term “hegemony” in a relative sense and understand it as the “actual and substantial superiority of the potential power of any state over the potential of another one, often neighboring countries.” Hegemony might be understood as a regional phenomenon, as the determination of whether one or another political entity is considered a “hegemon” depends on scale. Thucydides introduced the term itself when he spoke of Athens and Sparta as the hegemons of the Peloponnesian War, and classical realism employs this term in the same way to this day. Such an understanding of hegemony can be described as “strategic” or “relative.”

In neo-realism, “hegemony” is understood in a global (structural) context. The main difference from classical realism lies in that “hegemony” cannot be regarded as a regional phenomenon. It is always a global one. The neorealism of K. Waltz, for example, insists that the balance of two hegemons (in a bipolar world) is the optimal structure of power balance on a world scale[ii]. R. Gilpin believes that hegemony can be combined only with unipolarity, i.e., it is possible for only a single hegemon to exist, this function today being played by the USA.

In both cases, the realists comprehend hegemony as a means of potential correlation between the potentials of different state powers. 

Gramsci's understanding of hegemony is completely different and finds itself in a completely opposite theoretical field. To avoid the misuse of this term in IR, and especially in the TMW, it is necessary to pay attention to Gramsci’s political theory, the context of which is regarded as a major priority in Critical Theory and TMW. Moreover, such an analysis will allows us to more clearly see the conceptual gap between Critical Theory and TMW.

Phönix aus der Asche – Eine Einführung in die vierte politische Theorie

Ein weiterer Schritt könnte der Appell an Tradition und andere prä-moderne Inspirationsquellen, wie z.B. das platonische Staatsideal oder die mittelalterlich hierarchische Gesellschaft und die theologischen Visionen von normativ sozialen und politischen Systemen (christlich, muslimisch, buddhistisch, jüdisch, …), sein. Der Rückgriff auf diese prä-modernen Quellen wären ein immenser Schritt zur Weiterentwicklung der nationalbolschewistischen Synthese. Doch auch eine andere Entwicklung wäre denkbar.

Alexander Dugin – Der postmoderne Antimoderne

Als weltanschaulich schillernder Kopf, dessen Ideen man im Westen aufgrund mangelnder Übersetzungen eher vom Hörensagen als aus eigener Anschauung kennt, übt er eine nachhaltige Faszination auf viele Rechtsintellektuelle aus. Eingeweihte in Deutschland rezipieren das russische Fabeltier schon seit den Neunziger Jahren (etwa durch die damals einzigartigen Russland-Berichte von Wolfgang Strauss in den Staatsbriefen).

Fanatischen „Westlern“ wie Richard Herzinger gilt Dugin seit langem als Vordenker der Mächte des Bösen schlechthin (so spukte er bereits 1995 an der Seite von Alain de Benoist und artverwandten Denkern durch Herzingers Schmöker „Endzeitpropheten – Die Offensive der Antiwestler“).

EURASIEN FÜR DIE POSTMODERNE

Dieser These konnte sich Aleksandr Dugin anschließen. Der Professor an der staatlichen Universität Moskau stellte auf dem Haus der Burschenschaft seine „Vierte Politische Theorie“ vor. Die drei politischen Theorien Liberalismus, Kommunismus und Faschismus hätten sich im letzten Jahrhundert einen harten Kampf um die Vorherschafft geliefert, bei dem der Liberalismus die anderen beiden Systeme geschlagen und vernichtet habe. Daher bedürfe es einer neuen, einer vierten politischen Theorie, die sich gegen den Liberalismus stelle. Diese könne jedoch nicht bloß aus einer Fusion der beiden anderen Konzepte Kommunismus und Faschismus zum Nationalbolschewismus bestehen, sondern müsse einen neuen, anti-​liberalen und anti-​kapitalistischen, aber auch anti-​sozialistischen und anti-​nationalistischen Geist hervorbringen. Eine Rückkehr in die Vor-​Moderne sei ausgeschlossen, so Dugin. 

Gedanken zur Vierten Politischen Theorie

Die offene Ausgestaltung der Vierten Politischen Theorie bietet ausreichend Raum für Interpretationen. Dies ist von Dugin ausdrücklich gewünscht. Manche mögen sagen es ist zu viel Raum. Aber da es das Wesen der Rechten ist kein in sich geschlossenes System entwickeln zu wollen, da die Wirklichkeit zu Komplex ist um sie in ein Schema zu pressen, ist dies eher von Vorteil. Des Weiteren entspricht die partielle Unschärfe auch dem Respekt vor den Unterschieden der von dem Russen skizzierten zivilisatorischen Großräume. 

DUGIN UND HEIDEGGER

Aus diesen Betrachtungen leitet sich ab, dass die Welt multipolar werden muss und die unipolare Hegemonie des Amerikanismus abschütteln sollte. Ja, sie muss die Kultur der „Fremdbestimmung des Daseins“ überwinden, wenn sie die „connection to the roots of …being“ wiederfinden will. Hier erscheint auch wieder die Vision Eurasien, wenn die Forderung nach dem Schmittschen „Großraum“ auftaucht. In diesen Großräumen könnten sich die Kulturen souverän selbständig organisieren, verteilt auf die Kontinente, fern aber von jedem Imperialismus.

DUGINS „VIERTE POLITISCHE THEORIE“

Diese Erste politische Theorie ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie das Individuum zum Subjekt der Geschichte macht. Alles andere spielt für sie keine relevante Rolle und wird nur von der Warte des Einzelnen betrachtet. Da es dem Liberalismus aber immer nur um den Einzelnen geht, steht er allen Dingen, die den Einzelnen einschränken könnten, ausgesprochen kritisch gegenüber. Der liberale Grundgedanke, sich von gesetzlicher Ungleichbehandlung und wirtschaftlichen Schranken zu befreien, wurde in moderner Zeit schließlich zum Kampf gegen Migrationsbarrieren, die traditionelle Familie und soziale Verantwortung. Der Grundgedanke ist dabei immer derselbe: Der Einzelne solle möglichstkeinen Zwängen unterliegen und in seinen Entscheidung keinesfalls eingeschränkt werden.

Der lange Weg

War ich während der Sowjetzeit Antikommunist, so änderte sich meine Meinung angesichts der liberalen Revolte im Jahr 1991, die ich als noch schlechter als den Sozialismus einschätzte. Das Ergebnis dieser Analyse war die erste grundlegende Veränderung meiner Weltsicht: ich ließ vom Anti-Kommunismus ab und konzentrierte mich auf den Anti-Liberalismus, da ich den Liberalismus als den Hauptfeind und die letzte Inkarnation des Geistes der Moderne ansah, die ich schon immer als das absolute Böse (im Sinne von Guenon und Evola) ansah. Der Sieg des Liberalismus über den Kommunismus war in meinen Augen der Beweis seiner eschatologischen Natur. ich habe mich daher vom klassischen, eher rechts orientierten Traditionalismus ab- und einem linken Traditionalismus zugewandt, den einige auch als National-Bolschewismus bezeichnen. Dabei ging es ging mir in Wirklichkeit nicht um Kommunismus oder Bolschewismus. Mir ging es immer und geht es auch heute noch um eine totale Ablehnung des Liberalismus, den ich als jene Ideologie empfand, die sich bei ihrem Kampf gegen Kommunisten und Faschisten als konsequent modern, ja als identisch mit dem Wesen der Moderne erwies.

Warum eine 4. Politische Theorie?

Der russische Vordenker Alexander Dugin ist nicht nur enger Berater des russischen Präsidenten Putin, sondern gilt auch vielen neuen Strömungen (wie etwa den Identitären) als geistiger Ahnherr. Mediale Bekanntheit erlangte er in Österreich durch sein erst kürzlich in Wien stattgefundenes Treffen mit sog. „Rechtsparteien“ aus Europa, darunter auch HC Strache von der FPÖ. Dugin hat sich zum Ziel gesetzt eine „4. politische Theorie“ zu entwickeln, abseits der laut seiner Meinung nach historisch gescheiterten Theorien des Kommunismus, Faschismus, Liberalismus. 

Was ist schlecht mit Europa?

Wir können jetzt kleine Zusammenfassung machen und die Punkte logisch ableiten, die uns aktuellen europäisch-russischen Beziehungen erklären helfen werden.

Modernes Russland

• ist dem Ultra-liberalismus relativ feindlich gesonnen (Es ist mehr traditionalistisch und konservativ geneigt),

• ökonomisch versucht sich Rußland, von der Diktatur der Weltbank und vom Weltwährungsfonds zu befreien,

• will sich geopolitisch als kontinentale und anti-atlantistische Macht defininieren.

Das ist der Grund, warum Russland steht jetzt unter Angriff: in der Ukraine, in Moskau, überall. 

Konflikte der Zukunft

In seinem Buch “Konflikte der Zukunft” formuliert Dugin seine Theorie der Multipolaren Welt ausgehend von einer Kritik der Internationalen Beziehungen:

Hierbei geht er zunächst von der sachlichen Vorstellung aus, dass bereits heute eine faktische Ungleichheit zwischen den Nationalstaaten herrscht, das insbesondere bei der US amerikanischen Invasion des Iraks 2003 offensichtlich wurde, als die USA ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates dort einfiel. Die Souveränität der Nationalstaaten existiert also nur auf dem Papier – de facto sind sie aber nicht souverän, da sie nicht in der Lage sind sich gegen die Angriffe des Hegemons zu verteidigen, selbst wenn sie sich zu größeren Koalitionen zusammenschließen.

Davon ausgehend betont Dugin die Notwendigkeit, dass sich auf der Welt neue Machtpole herausbilden um dem westlichen Willen zur Macht (d.h. dem Universalismus von Menschenrechts- und Demokratieexport mittels Feuer und Schwert) Einhalt zu gebieten.

"Für ein starkes und unabhängiges Europa"

Herr Prof. Dugin, bundesdeutsche und österreichische Medien berichten, Sie hätten in einem Interview mit einer ungarischen Nachrichtenseite gesagt, Sie wollten Österreich „auflösen“…

Dugin: Das ist Unsinn.

Aber warum behaupten die Medien das seit Tagen?

Dugin: Ich bin daran gewöhnt. Westliche Mainstream-Medien berichten über mich und meine Positionen generell auf diese Art und Weise: Sie geben meine Ideen entstellt und verunstaltet wider. Das hat damit zu tun, daß man sich in den Redaktionen davor fürchtet, daß sich der Westen immer weiter auflöst und selbst zerlegt. Jeder weiß heute, daß sich die politische Situation in Europa verändern wird. Wir wurden alle Zeugen der nervösen Reaktionen der EU-Eliten nach dem Wahlsieg von SYRIZA in Griechenland. In ganz Europa sind euroskeptische Parteien, die die US-Hegemonie und den ultra-liberalen westlichen Wertekatalog kategorisch ablehnen, auf dem Vormarsch. Ich kann daher die Angst bei denjenigen nachvollziehen, die voll auf die heutige EU setzen. Man kann in diesem Zusammenhang von einer Paranoia sprechen. Wir alle wissen nicht, wie das Europa der Zukunft aussehen wird. Wir wissen nur: Es wird nicht mehr das Europa von heute sein. Ich bin ein Repräsentant des „anderen Europa“, des byzantinischen Europa – auch ich sorge mich um die Zukunft Europas. Aber gleichzeitig ist das auch eine sehr aufregende Entwicklung!

"Jeder Westler ist ein Rassist"

SPIEGEL: Wenn Putin sagt, Russland müsse nicht nur überall die ethnischen Russen schützen, sondern alle, die sich der russischen Welt zugehörig fühlen, dann ist er doch ganz nah bei Ihnen. Auch er stemmt sich gegen eine amerikanische Hegemonie. Andererseits sagen Sie, Putin glaube an keine Idee. Kommt er dem Westen immer noch zu sehr entgegen?

Dugin: Ja, natürlich. Er ist eine gespaltene Persönlichkeit. Es gibt den lunaren und den solaren Putin, wie ich ihn nenne. Der solare Putin ist der Putin, wie ich ihn sehen möchte. Der lunare aber betrachtet die Welt aus der Perspektive von Verträgen, Kooperationen, Gaslieferungen. Das ist der Pragmatiker. Zwischen beiden gibt es einen Konflikt. Putin ist eine zutiefst gespaltene Person: zuerst die Annexion der Krim – und danach Schritt für Schritt in die Gegenrichtung. Er hat beim Geheimdienst gearbeitet – vielleicht sagt er des- wegen immer genau das Gegenteil von dem, was er meint.

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